
Kronen Zeitung
IN DER EUROPA LEAGUE
Gegner „schämte“ sich: Salzburg hat nun Endspiel!
Mit einer Galavorstellung hat sich Salzburg am Donnerstag aus der Winterpause zurückgemeldet und seine kleine Chance auf ein Weiterkommen in der Europa League gewahrt.
Die Elf von Thomas Letsch erinnerte beim souveränen 3:1-Sieg gegen den FC Basel fast an alte Zeiten und holte sich frische Energie für die kommenden Aufgaben. Das EL-Play-off mag nach wie vor weit entfernt sein, „befreiend“, wie Torschütze Frans Krätzig sagte, war der Erfolg allemal.
Die Vorbereitung hatte in Salzburg nach einem etwas holprigen Herbst die Hoffnungen auf einen erfolgreichen Start ins Frühjahr genährt. Dass die „positive Stimmung“, von der Letsch im Vorfeld des Basel-Spiels geschwärmt hatte, gegen den Schweizer Meister einen solchen Niederschlag finden würde, war aber nicht zu erwarten – wurde durch den Spielverlauf freilich begünstigt. Der schnelle Doppelpack Alajbegovics (5., 12.) degradierte die Gäste zu Zuschauern, die laut Trainer Ludovic Magnin regelrecht „vorgeführt“ wurden. Der Ex-Coach von Altach wollte sich sogar „geschämt“ haben.
„Basel hat uns in die Karten gespielt“
Letsch durfte am Ende aufatmen und schwärmte von einer „tollen Vorstellung“ seiner Truppe. Die hatte mit dem 3:0 (35.) durch Krätzig eigentlich schon die Vorentscheidung herbeigeführt und ließ sich in der zweiten Hälfte nur leicht aus der Fassung bringen. „Da hatten wir eine kurze Phase, in der wir nicht so den Zugriff hatten. Das hat sich dann gelegt“, resümierte Letsch. Seine Equipe hatte danach wie schon vor der Pause weitere Chancen auf das vierte Tor, die mangelnde Effizienz war der wohl einzige Wermutstropfen.
Letztlich sahen die 6.741 Zuschauer in Wals-Siezenheim vielleicht die beste Vorstellung der Bullen in dieser Saison. „Wenn wir höher stehen, intensiv pressen und Bälle früher erobern, dann sieht man, was möglich ist“, lautete das Fazit des erst 18-jährigen Alajbegovic, der im Sommer dank Rückholklausel wohl zu Bayer Leverkusen zurückkehren wird. Letsch bestätigte seinen Jungstar. „Wir wollen grundsätzlich höher attackieren“, betonte der Deutsche. „Basel hat uns dabei in die Karten gespielt, weil sie versucht haben, Fußball zu spielen.“
„Energie für die nächsten Aufgaben“
Die logische Konsequenz: „In der Meisterschaft werden auch wieder andere Spiele kommen“, wie Letsch lapidar hinzufügte. Umso schöner sei das Erfolgserlebnis nun. „Wichtig ist für mich, dass wir aus diesem Spiel Energie für die nächsten Aufgaben ziehen, dass es uns pusht“, meinte der 57-Jährige.
Der zweite Sieg nach dem 2:0 über die Go Ahead Eagles Anfang November lässt den Auftritt in Birmingham am kommenden Donnerstag (21 Uhr/live im sportkrone.at-Ticker) jedenfalls in ganz anderem Licht erscheinen. In der letzten Runde der Ligaphase sind für Salzburg die Plätze 21 bis 24 rein rechnerisch noch zu erreichen, gleich mehrere Teams müssen freilich Schützenhilfe leisten.
Erste Voraussetzung ist aber der Sieg bei Aston Villa, das bereits fürs Achtelfinale qualifiziert ist. Letzterer Umstand dürfe nicht zu Fehlschlüssen verleiten, warnte Letsch: „Jeder, der denkt, die spielen mit einer B-Truppe, muss ich enttäuschen. Aber wir haben eine kleine Chance, und die wollen wir nutzen.“
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